14.05.2020

Besuch von medizinischen Einrichtungen in Zeiten des Corona-Virus

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

sehr geehrte Damen und Herren,

die Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung aufgrund der Corona-Pandemie werden durch die zuständigen Landesbehörden langsam reduziert, da die Ausbreitung des Corona-Virus aktuell kontrolliert erscheint.

Auffällig ist in den letzten Wochen, dass Kliniken, aber auch Arzt- und Zahnarztpraxen einen deutlichen Rückgang von Patienten mit akuten und gefährlichen Erkrankungen feststellen, der nicht durch das Corona-Virus erklärlich ist:

Kardiologen in der Klinik stellen fest, dass die Zahl der behandlungsbedürftigen Herzinfarkte, die in Kliniken eingewiesen werden, auf fast 50% zurückgegangen sind, obwohl die Corona-Krise dies nicht erklären kann.
Chirurgen stellen eine deutliche Reduzierung von zu operierenden Baucherkrankungen und Tumoren fest und auch eine Reduktion chirurgisch zu versorgender Verletzungen.

Wir gehen davon aus, dass behandlungsbedürftige Patienten trotz bemerkter Symptome Arzt- und Zahnarztpraxen und Notaufnahmen/Kliniken scheuen, weil sie befürchten, sich zu infizieren. Das stellt für diese Patienten ein Gesundheitsrisiko dar, das deutlich größer ist als die Gefahren einer Corona-Infektion:
Auch in "normalen" Zeiten verlaufen 50% der Herzinfarkte innerhalb eines Monats tödlich, bösartige Erkrankungen sind nur dann "heilend" zu behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt und therapiert werden; auch Zahn-erhaltende Maßnahmen sind nur bei frühzeitiger Behandlung möglich.

Alle medizinischen Einrichtungen - Kliniken, Arzt-/Zahnarztpraxen, Logopädie-/Ergotherapie-/Physiotherapie-Einrichtungen - verfügen schon in „normalen“ Zeiten über ein staatlich überwachtes Hygienemanagement, und sie sind inzwischen zusätzlich mit Schutzmaßnahmen versehen, so dass eine Corona-Infektion dort nicht wahrscheinlicher ist als an einer Arbeitsstelle, beim Spazierengehen, bei Verwandtschaftsbesuchen oder beim Einkaufen.

Patienten sollten bei Krankheitssymptomen umgehend den Hausarzt bzw. ihren Zahnarzt kontaktieren und nach telefonischer Terminvereinbarung eine Untersuchung veranlassen.

Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder unklaren Symptomen sollten Patienten und Angehörige nicht zögern, den Hausarzt oder den ärztlichen Notfalldienst (Tel. 116 117)  bzw. auch den Rettungsdienst (Tel. 112) zu alarmieren.

Patienten mit bekannten Grunderkrankungen sollten die regulären Untersuchungen bei Hausarzt und Zahnarzt regelmäßig wahrnehmen, um möglicherweise notwendige Therapien nicht zu verzögern. Das gilt auch für notwendige Impfungen.

Persönliche Schutzmasken, regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von Handberührungen im Gesicht und insbesondere auf der Schutzmaske reduzieren die Infektionsgefahr für alle anderen.

Im Sinne Ihrer Gesundheit und im Namen aller medizinischen Einrichtungen.   

Ihr Bürgermeister

Andreas Koptisch, Altheim (Alb)

Rathaus Altheim (Alb)